eSports. Ein Begriff, viele Ausprägungen. Bislang hat man mit dem Begriff eSports eher Sportarten wie „Fußball“, „Basketball“, ja teilweise sogar „Online Gaming“ verbunden. Radfahren gehörte bislang aber wohl eher nicht dazu. Dabei hat gerade aufgrund der Corona Pandemie diese Sportart einen enormen Zuwachs erfahren, so dass sich nun schon knapp 50.000 Teilnehmer gleichzeitig auf der Online Plattform „ZWIFT“ aufgehalten haben. Tendenz steigend.

Der Markt der eCycling Plattformen wird stetig größer, wobei sich alle ein wenig voneinander in der Umsetzung und dem (simulierten) Realismus unterscheiden. In diesem Beitrag setze ich den Fokus auf BKOOL, die einige interessante Aspekte bereithält.

Technische Voraussetzungen (empfohlen)

  • Windows: Windows 10, Intel Core i5, 8 GB RAM, DX11 kompatible 3GB Grafikkarte, 54 MBit Internet
  • Mac: mindestens OSX 10.13, Intel Core i7, 8 GB RAM, OpenGL kompatible Grafikkarte. 54 MBit Internet
  • iPad: mindestens iPad-OS 13.3, mindestens iPad 2017, 2 GB RAM, 16 GB freier Festplattenspeicher, 54 MBit Internet
  • Android: mindestens Android 8.0, Quad Core Prozessor, 3GB RAM, 16 GB freier Festplattenspeicher, 54 MBit Internet

Installation

Die Installation gestaltet sich (normalerweise) problemlos. Einfach die entsprechende App je nach Ziel herunterladen: https://www.bkool.com/de/apps. Die eigenen Geräte können über Bluetooth oder Ant+ verbunden werden. Eine angenehm lange Testphase von 30 Tagen ohne Einschränkungen erleichtert das gründliche Ausprobieren der Plattform.

Die Spiel-Modi

Nach dem Start stehen einem verschiedene Fahrt-Varianten zur Verfügung:

BKOOL

  • Routen
  • Workouts
  • Velodrom
  • Tests

Routen

Viele Routen können mit 3 Sichten gefahren werden: 3D, Karte oder Video. Am interessantesten ist die Video-Ansicht, wo man die reale Route mit echten Aufnahmen abfahren kann. Man hat auch die Wahl von „Live Sessions“, was bedeutet, dass gerade mindestens 1 Fahrer auf der Strecke unterwegs ist. Man kann sich dann von Anfang an einklinken oder aber sich automatisch hinter den letzten Fahrer auf der Strecke „einwerfen“ lassen und dann weiter mitfahren. Allerdings sind (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags) die meisten Videos nicht in hoher Auflösung verfügbar.

 

Ein weiteres Highlight ist, dass man über die BKOOL Webseite eigene Strecken mit Videounterstützung erstellen kann. Richtig Spaß macht es aber erst, wenn man auch FULL-HD Material zur Verfügung stellt. Der Online Video-Editor ist recht gut gemacht, erfordert aber auch eine entsprechende Internet-Verbindung, da ja große Videodateien hochgeladen werden müssen.

Workouts

Es können vordefinierte Workouts gewählt werden, je nach eigenem Leistungsstand und Trainingsziel. Dabei hilft auch eine grundsätzliche Ausrichtung, die man über einen Filter einstellen kann: Von Z1 (Regeneration) bis Z6 (anaerobe Leistungssteigerung) sind viele Varianten dabei. Auch eigene Workouts können erstellt oder auch von Drittanbietern importiert werden.

Velodrom

Ein Modus, den nicht viele eCycling Plattformen anbieten, ist die Bahn. Hier werden Wind und Wetter komplett ausgeblendet, es gibt keine Steigungen, keine Abfahrten. Hier zählt einfach nur der Druck auf dem Pedal. Man kann im reinen Trainingsmodus fahren, allerdings auch im Renn-Modus, da immer wieder Rennen auf der Bahn angeboten werden.

Hier ein Beispiel, wie es im Velodrom aussieht:

Tests

In dieser Rubrik stecken die verschiedenen Varianten von FTP Tests. Unterstützt werden ein kurzer (insgesamt 20min) und ein längerer (insgesamt 30min) Test der eigenen Leistungsschwelle.

Vorteile der BKOOL Plattform (Auszug):

  • eigene Strecken erstellen
  • echtes Video Material für die Strecken verwendbar
  • Ergometer Modus kann im laufenden Spiel aktiviert und konfiguriert werden
  • Bahnmodus (Velodrom)

Fazit

BKOOL bietet einige interessante Features, die eCycling sehr abwechslungsreich gestalten lassen. Zum einen ist es das Velodrom, das eine besondere Atmosphäre und ein besonderes Fahr-Erlebnis bietet. Und zum anderen die Videos, die oft in sehr guter Auflösung vorliegen und einen Strecken fahren lassen, die man entweder im realen Leben noch nie fahren konnte oder sich gern an bereits gefahrene Strecken zurückerinnern lässt. Zudem ist ein weiterer Vorteil, dass man seine eigenen Strecken mit Real-Videos erstellen kann, so dass die eigenen Lieblingsstrecken immer wieder unabhängig von Wetter und sonstigen Bedingungen abgefahren werden können. Wie die Qualität dieser Videos dann im Betrieb ist, kann mangels Ausprobierens nicht gesagt werden. Das Preismodell von 9.99 EUR / Monat ist für mein Empfinden attraktiv.

Beim Test der Plattform ist aufgefallen, dass die Anpassung des Smarttrainers an die Steigungs-/Gefälleverhältnisse unmittelbar erfolgt. ZWIFT braucht aufgrund der Abtastung immer eine gewisse Verzögerung. Ob das bei BKOOL eine Einstellungssache oder vom System aus so gewollt ist, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden.

Andre Grunow
Über den Autor Andre Grunow

Dem Rennrad Virus seit 2014 verfallen, seit 2015 auf ZWIFT. Dabei aber auch immer wieder draußen zu finden, entweder im Trainingslager auf Mallorca oder aber irgendwo in Deutschland auf schönen Routen unterwegs. Andre ist Genuss-Fahrer, der kaum eine Eisdiele auslassen kann. Eis ist die Hauptenergie zum Fahren. Lieblingsrouten: Auf Mallorca die Mallorca 312 und in Oberitalien Mendel- und Jauffenpass. Seit 2015 auch immer wieder Teilnahmen an Rennrad-Jedermann Rennen. Sportlich schönstes Erlebnis: München – Gardasee nonstop. Sportlich anstrengendstes Erlebnis: 24h ZWIFTen. Schwerpunkt auf ZWIFT: Sprints (aktuelle FTP 339 Watt) mit max. 1.700 Watt.. Aufgrund des Eiskonsums leider nur max 3.9 W/kg.