Gestern (am 08.06.22) hat Zwift das Juni Update (1.26.0) veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf Fehlerbehebungen. Zwift hatte im Mai verkündet, künftig den Fokus auf die Software-Weiterentwicklung zu setzen und offiziell das Hardwareprojekt Zwift-Trainer auf Eis gelegt. Wer nach diesen Ankündigungen bereits jetzt auf neue Funktionen oder gar Strecken gehofft hatte, wird enttäuscht. Das Gerücht, dass neue Level oberhalb von 50 realisiert werden, hat sich leider erstmal nicht bewahrheitet. Schauen wir uns die Neuigkeiten im Detail an.

Vier neue Rahmen wurden dem Drop Shop hinzugefügt:

  • Ventum NS1 (Road): 638.900 Drops, Level 15+ erforderlich, bewertet mit 3 Sternen für Aero, 3 für Gewicht
  • Quintana Roo V-PR (TT): 638.600 Drops, Level 16+ erforderlich, bewertet mit 4 Sternen für Aero, 1 für Gewicht
  • Giant Revolt Advanced Pro (Gravel): 298.200 Drops, Level 14+ erforderlich, bewertet mit 2 Sternen für Aerodynamik, 3 für Gewicht
  • Liv Devote Advanced Pro (Gravel): 298.200 Drops, Level 14+ erforderlich, bewertet mit 2 Sternen für Aero, 3 für Gewicht

Eric Schlange, der Zwiftinsider, wird die neuen Rahmen zeitnah testen und dann die Ergebnisse auf seiner Webseite veröffentlichen.

Verbesserungen für den Homescreen und Hinweise zum Rollout

In den Hinweisen von Zwift zu diesem Update heißt es, dass „mehrere Korrekturen und Optimierungen am neuen Homescreen vorgenommen wurden“. Zwift hat den Homescreen bereits an alle PC- und Mac-Nutzer ausgerollt und hat mit dem Rollout auf iOS und Android begonnen. Der Status von AppleTV ist derzeit weiter unbekannt.

Zwift erklärte kürzlich, dass die Funktion „Fahren mit…“ vorerst fehlt, aber an einer Reaktivierung gearbeitet wird, um diese Funktion für alle Plattformen wieder einzuführen. Hier ist wohl noch etwas Geduld gefragt.

Dropdown-Menü „Im Club freigeben“

Ein neues Dropdown-Menü auf dem Bildschirm „Fahrt beenden“ ermöglicht es, die Aktivität mit einem bestimmten Club zu verbinden.
Wenn die Fahrt mit einem Club „geteilt“ wird, wird dieser Club für die Aktivität gewertet und erhält somit die Kilometer für die Aktivität. Wozu das Ganze?

Diese Funktion ist zwar noch nicht in Betrieb, aber die ersten Versionen der Clubfunktion enthielten eine Rangliste/einen Tracker, der die insgesamt gefahrenen Clubkilometer usw. anzeigte. Diese Funktion wird wahrscheinlich zurückkehren und hoffentlich zusätzliche Metriken enthalten, um den Clubbesitzern einen besseren Einblick in die Aktivitäten ihrer Mitglieder zu geben und vielleicht einen kleinen Wettbewerb zwischen den Clubs zu entfachen.

Der Fence (Zaun) schnappt wieder zu

Der Fence, also der rote Begrenzungszaun bei Gruppenrides, hat jetzt wieder seine ursprüngliche Funktion erhalten und kann Flyer, also Teilnehmer, die sich nicht an die Vorgaben halten, aus dem Ride entfernen (Countdown wie gehabt 60 Sekunden). Laut Zwift ist das ‚Kick‘-Feature nun auf allen Strecken nutzbar und kann bei Events eingesetzt werden. Ich persönlich bin ja ein Freund des bösen Zauns. Die verschiedenen Communities und Ride Leader mit Ihren Sweepern geben sich viel Mühe bei der Vorbereitung und Durchführung von Rides. Wer sich nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten möchte, soll entweder einen Ride mit höherer Geschwindigkeit oder gleich ein Rennen fahren. Auch Pacepartner stehen mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten zur Verfügung. Apropos Leader und Pacepartner: Zwift hat jetzt die ersten Gruppenrides mit automatischen Leadern (wie die Pace-Partner) gestartet. Da muss ich mir meine Meinung erst noch bilden. Ich hoffe nicht, dass damit die Communities geschwächt werden, denn diese sind meiner Meinung nach (noch) das große Plus von Zwift.

Das Update beinhaltet übrigens auch Verbesserungen an der Darstellung des Zauns, wenn man sich Kreuzungen nähert. Diese Verbesserungen werden auch auf die Bögen übertragen, die in strukturierten Workouts verwendet werden.

TT-Verbesserungen

Zeitfahr-Ereignis-Erinnerungen zeigen jetzt die Zeit bis zu der persönlichen Startzeit an und nicht mehr die Zeit bis zum Beginn des Events. Anstatt sich in die Startboxen zu begeben und dann auf die Startzeit zu warten, kann man nun länger in der Aufwärmphase fahren, bevor man sich in die Startbox begibt. Derzeit reden wir hier noch nicht von der Startprozedur selbst, die bleibt erstmal so wie sie ist. Aber der Countdown links unten zeigt jetzt die individuelle Startzeit an.

Laut Zwift ist das nur der Anfang von weiteren Verbesserungen für TT- und TTT-Events. Diesen Hinweis hören insbesondere Teilnehmer der Zwift Racing League sehr gerne. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass für ZRL-Teamzeitfahren die TT-Startprozedur umgesetzt wird. Die Spuren für die Teams sind ja schon da.

 

 

Fehlerbehebungen und sonstige Verbesserungen

  • Es wurde ein Fehler behoben, der dazu führte, dass User für kurze Intervalle in einem Workout nur halbe Sterne bekamen.
  • Es wurde ein Problem mit der Anzeige der Leistungskurve nach einem Training behoben.
  • Das Problem, dass die Pfeiltasten des Zwift Companion an Kreuzungen kurz flackerten, wurde behoben.
  • Ein Problem bei der Anzeige der verbleibenden Distanz für eine bestimmte Runde in einem rundenbasierten Event auf der Greatest London Flat Strecke wurde behoben.
  • Auf dem neuen Startbildschirm werden nun die Trainingseinheiten der Läufer angezeigt.
  • Der Link „Gesamten Plan anzeigen“ wurde dem Popup „Nächster Trainingsplan“ wieder hinzugefügt.
  • Workouts der Woche für die kommenden Wochen wurden hinzugefügt.

 

Das war es dann auch schon mit dem Überblick zum Juni Update. Sehr überschaubar und so richtige Neuerungen gibt es keine. Bleibt nur die Hoffnung auf die nächsten Updates. Die Tour de France steht vor der Tür, und im September finden die UCI-Weltmeisterschaften in Australien statt. Vielleicht überrascht Zwift uns dann mit neuen Strecken oder Funktionen.

Für den 16. Juni um 17 Uhr hat Zwift ein Wartungsfenster angekündigt. Dabei werden die Clubfunktionen für ca. 1 Stunde nicht verfügbar sein. Das könnte im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Club-Kilometern stehen. Auch hier heißt es abwarten.

Ride On!

Euer Edelhelfer

 

 

 

Roman Kuhn
Über den Autor Roman Kuhn

Roman Kuhn ist der Edelhelfer der ZRG und betreibt den gleichnamigen YouTube Kanal, wo er mit seinen Videos Hilfe im Umgang mit Traingssoftware anbietet. Nebenbei verfasst er beim ZRG CC Artikel und informiert über Neuigkeiten im Bereich Online Radsport. Zusammen mit anderen Leadern leitet er den Basics Ride immer Mittwochs 18 Uhr.

https://www.youtube.com/c/EdelhelferZRG