5h Draußen kein Problem, 1h drinnen auf der Rolle, eine Qual?

Ich habe für dich die 3 häufigsten Gründe für Sitzprobleme beim Indoorcycling ermittelt und stelle dir Lösungsmöglichkeiten vor.

Viele von euch kennen das Problem gerade jetzt, wenn es wieder von der Strasse in den Keller oder das Wohnzimmer geht. Im Sommer sind 5h Touren kein Problem, doch bereits nach kurzer Zeit auf der Rolle zwickt und kneift es. In den letzten Jahren habe ich ca. 55.000 Kilometer online trainiert und diverse Mittelchen und Methoden ausprobiert, um die Sitzprobleme in den Griff zu bekommen. Bevor wir aber zu den Lösungen kommen, kurz die meiner Meinung nach wesentlichen Gründe für die Sitzprobleme beim Indoortraining:

  1. Starre Sitzposition
  2. Nasses Sitzpolster
  3. Fehlende Sitzcreme 

1. Im Vergleich zu Offline Fahrten bleibt man beim Indoor Training wesentlich länger im Sattel. Es gibt keine Kurven oder andere Hindernisse, die in der Offline Welt dafür sorgen, dass wir aus dem Sattel gehen und somit unserem Hinterteil eine kurze Erholungspause gönnen.

2. Fehlender Fahrtwind – sorgt der Fahrtwind draußen immer für trockene Kleidung, schwitzt man selbst mit Ventilator beim Indoor Training deutlich mehr. Die feuchte Haut leidet daher deutlich schneller als gewohnt.

3. „Ich fahre ja nur 2h.“ – Diese Einstellung verleitet viele Fahrerinnen und Fahrer, auf Sitzcreme zu verzichten, gerade in Kombination mit mehr Schweiß eine sehr ungünstige Kombination.

Was könnt ihr tun bei Sitzproblemen?

Versucht, euch aktiv auf dem Rad zu bewegen, geht aus dem Sattel oder baut regelmäßige, kurze Sprints in längere Einheiten ein. Diese zwingen euch, aus dem Sattel zu gehen und gönnen dem Hintern eine Minipause. Eine deutliche Verbesserung bringt auch eine bewegliche Plattform, auf der euer Trainer montiert ist: Sehr beliebt ist hier das BoomBoard. Wer  einen Wahoo Trainer nutzt, sollte sich die Erweiterung um den Wahoo Climb überlegen – hier wird euer Rad in Abhängigkeit von Steigung und Gefälle in der virtuellen Welt gekippt. Dadurch ändert sich ständig der Druckpunkt auf dem Sattel, und ihr habt weniger Beschwerden.

Woran früher unsere Muttis gedacht haben, kann jetzt wieder hilfreich sein. Eine Ersatzhose. Gerade bei intensiven Einheiten kann es bei Sportlern, die stark schwitzen, sinnvoll sein, die Radhose zwischendurch zu wechseln, um nicht auf einem nassen Sitzpolster zu sitzen. Probiert auch mal aus, den Ventilator vom Kopf/Brust-Bereich in Richtung Bauch-Sattel zu verändern, hierdurch tragt ihr aktiv zu einer Trocknung des Polsters bei.

Wer gut schmiert, der gut fährt. Was für die Kette gilt, gilt auch bei Sitzproblemen. Auch, wenn ihr alle o.g. Tipps befolgt, irgendwann scheuert es doch und wird unangenehm. Hier kann eine gute Sitzcreme helfen. Womit ich die beste Erfahrung gemacht habe, könnt ihr im Artikel Sitzcreme – Das ist doch alles fürn A..  nachlesen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch weiter, und wenn ihr noch weitere Tipps habt oder völlig anderer Meinung seid, schreibt es einfach in die Kommentare.

 

Stephan Picker
Über den Autor Stephan Picker

Seit 1990 im Radsport aktiv. Bis 2000 quer durch die Kategorien: MTB, Bahn, Strassenradsport danach nur noch im Strassenradsport. Ab Frühjahr 2015 zusätzlich Indoor Cycling.

Lieblingsrennen: Cyclassics Hamburg
Bevorzugtes Profil: 60-80km flach/wellig gerne mit Sprintankunft.
Jahresleistung: 15-18.000Km